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Simmerath
Jens
Wunderlich: «Fußballvereine
müssen Qualität bieten»
27.01.2012
«Fußball ist immer noch die Sportart
Nummer eins in Deutschland», sagt Jens Wunderlich aus
Huppenbroich. Der 44-jährige, der 37 Jahre lang aktiv
Fußball spielte, und dessen sportliche Heimat die Hansa
Simmerath war, muss es wissen. Als Beisitzer im Jugendausschuss
des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM) ist Wunderlich,
im Hauptberuf Architekt, ganz nah dran am Tagesgeschäft
im Amateurbereich.

Im Leben von Jens Wunderlich
dreht sich viel um das Thema Fußball. «Das
Leuchten in den Augen der Kinder» ist für ihn die
größte Motivation bei der Jugendarbeit im Fußball-Verband
Mittelrehin. Foto: P. Stollenwerk
Die aktuelle Diskussion
um einen neuen Sportplatz in Simmerrath verfolgt er daher
mit großem Interesse und begrüßt
gleichzeitig die damit verbundenen Initiativen, dass in der
Gemeinde Simmerath inzwischen über die Gründung eines
Jugendsportvereins nachgedacht wird, und dass die Fußballvereine
sich treffen, um einmal ehrlich den tatsächlichen Bedarf
an Sportplätzen in der Zukunft zu definieren.
Für Wunderlich, der augenblicklich in der Sportschule
Hennef an einer Qualifizierung zum Vereins-Jugendmanager teilnimmt,
steht fest, dass Fusion von Vereinen das Modell der Zukunft
ist. «Das wird gar nicht mehr anders gehen.»
6000 Mannschaften in
1200 Vereinen sind derzeit im FVM gemeldet. Die demografische
Entwicklung wird dieses
Bild bald verändern,
und besonderes der ländliche Bereich wird den Bevölkerungsrückgang
spüren bzw. spürt ihn schon.
Jens Wunderlich erinnert
daran, dass 2001 als der bis dahin eigenständige Fußballkreis Monschau aufgelöst
wurde, 110 Jugendmannschaften am Start waren. Heute sind es
nur noch 78 Teams - ein Rückgang um 30 Prozent.
Vor gut 10 Jahren habe
man im Fußballkreis Monschau
noch in allen Altersklassen eigene Staffeln bilden können.
Heute spielten noch drei A-Jugendteamas in der Gemeinde Simmerath,
neun A-Jugendteams und sechs C-Jugendmannschaften im Altkreis
Monschau. Hieran lasse sich erkennen, dass die geburtenstarken
Jahrgänge auf dem Rückzug seien.
In der C-Jugend gebe
es erfahrungsgemäß auch den
ersten Einbruch, da bei den 13- bis 14-Jährigen oft «ein
Wechsel der Interessen» stattfinde. Der zweite Einschnitt
folge dann nach der A-Jugend, denn nur maximal ein Drittel
wechsele zu den Seniorenmannschaften.
Hier müsse man auch die gesellschaftliche Situation der
Jugendlichen insgesamt berücksichtigen, die angesichts
der Anforderungen bei der Berufsausbildung den hohen Trainingsaufwand
scheuten.
Beim FVM würden daher auch verstärkt Konzepte erarbeitet,
wie Fußballvereine sich der Zukunft stellen könnten.
Hier herrscht bei den Funktionären inzwischen Einigkeit
darüber, «dass die Vereine heute Qualität bieten
müssen.» Jens Wunderlich: «Wenn gute Trainer
vorhanden sind, dann kommen die Spieler von allein.»
Ein weiterer Schwerpunkt sei die Kooperation mit den Schulen,
was den Vereinen die Chance biete, Potential zu sichten. Die
Vereine seien daher aufgefordert, in die Schulen zu gehen.
Es sei auch vor dem Hintergrund wachsender Ganztagsangebote
bereits absehbar, dass sich der Vereinssport immer mehr in
die Schulen verlagere.
Doch insgesamt, erkennt
Jens Wunderlich, sei der rückläufige
Trend beim Fußball nicht zu stoppen und lässt die
Statistik für sich sprechen. Bei 100 Geburten jährlich
in der Gemeinde Simmerath bestehe eine realistische Chance,
50 Prozent der Jungen, also etwa 25 an der Zahl, für den
Fußball zu begeistern. Wunderlich: «Das reicht
gerade einmal für zwei Mannschaften.» Bei den Mädchen
schätze man den Organisationsgrad auf 15 Prozent.
Diese Entwicklung bedeute, «dass wir in spätestens
zehn Jahren in der Eifel ein Drittel weniger Mannschaften und
ein Drittel weniger Vereine haben werden.»
Mit Blick auf die Gemeinde
Simmerath konstatiert Jens Wunderlich, dass inklusive der
Ausweichplätze hier 16 Sportplätze
vorhanden seien. Vor diesem Hintergrund sei es in der Tat unabdingbar,
sich über den langfristigen Bedarf für Sportstätten
Gedanken zu machen.
Im Falle der Hansa Simmerath
betrachtet Jens Wunderlich, der auch Vorsitzender des Struktur-
und Hochbauausschusses
der
Gemeinde Simmerath ist, übrigens die Idee der Aufwertung
des Kleinspielfeldes hinter der Hauptschule für den Trainings-
und teilweisen Spielbetrieb aller Mannschaften als sinnvolle
Lösung.
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Simmerath
Sportplatzkonzept
soll für gesamte Gemeinde aufgestellt
werden
25.01.2012
Wir
fordern den Sportplatz», hatte
der Fußball-Nachwuchs der Hansa Simmerath auf ein Plakat
geschrieben und war damit in den Sitzungssaal des Simmerather
Rathauses eingezogen, wo der Strukturausschuss über einen
Fußballplatz im Zentralort Simmerath debattierte, nachdem
das alte Sportplatzgelände in Wohngebiet umgewandelt wird.
Die
Kinder mussten ihr Plakat nach freundlicher Aufforderung
durch den
Ausschussvorsitzenden Jens Wunderlich zwar wieder einrollen,
weil die Gemeindeordnung Meinungsäußerungen dieser
Art nicht zulässt, aber die Problematik war den Entscheidungsträgern
sehr wohl bewusst.
Rund
40 Hansa-Mitglieder, darunter auch Vorsitzender Manfred Abel,
verfolgten die einstündige Beratung, die mit der Feststellung
endete, das zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung über
einen Sportplatzneubau in Simmerath getroffen werden kann. Nun
soll die Verwaltung mit dem neugegründeten Gemeindesportverband
und unter Einbeziehung der Fußballvereine ein Konzept erstellen,
das den zukünftig tatsächlich zu erwartenden Bedarf
an Sportplätzen definiert.
Bei
diesen Überlegungen dürfte dann neben den Wünschen
aus Simmerath auch beispielsweise die weitere Planung des Sportzentrums
in Kesternich eine Rolle spielen. Die Ergebnisse dieses Arbeitskreises
sollen dann die Grundlage für einen Beschluss bilden. Bis
dahin muss sich die Hansa-Fußballabteilung also noch gedulden.
Zuvor
hatte für die CDU Christoph Poschen ebenfalls festgestellt,
dass die Sportplatzfrage für Simmerath «noch nicht
entscheidungsreif» sei. Die demografische Entwicklung werde
auch beim Fußball spürbar, und die Anzahl der Mannschaften
gehe zurück. Die Hansa hat derzeit eine Seniorenmannschaft
in der Kreisliga C als Spielgemeinschaft mit Viktoria Huppenbroich
gemeldet sowie je eine A-, F- und Bambini-Mannschaft.
Um
so mehr, betonte Poschen bedürfe es einer Bedarfsanalyse. «Als
Kommunalpolitiker dürfen wir nicht an diesem Bedarf vorbei
entscheiden.»
Unbedingt
an einem Sportplatz in Simmerath festhalten wollte dagegen
die SPD, erst recht nachdem die Hansa einen Alternativvorschlag
für einen Sportplatzbau (Naturrasen) eingebracht hat, der
200.000 Euro unter der vorliegenden Berechnung der Verwaltung
liegt. Norbert Brewer erinnerte zudem daran, dass der Hansa vor
zwei Jahren mit Wegfall der Josef Jansen-Sportstätte ein
adäquater Ersatz versprochen worden sei.
Daher
wolle man konsequent an einem neuen Sportplatz auf dem Grundstück neben der Leitstelle festhalten. Der Fußballabteilung
müsse eine Perspektive für ihre Arbeit eröffnet
werden, wolle man ein Auseinderbrechen der Abteilung verhindern.
Für Günter Mießen (Grüne) stand ebenfalls
die Bedarfsermittlung im Vordergrund, gelt es doch allen Akteuren
gerecht zu werden. Als «nicht entscheidungsreif» sah
auch Stephan Weber (UWG) die Sportplatzfrage. Auch die Hansa
dürfe sich einer Kooperation nicht verschließen, und
bei der zukünftigen Planung sei es auch ganz wichtig, «über
den Tellerrand hinauszuschauen.»
Auch
für Hermann-Josef Bongard (FDP) galt es, «zusammen
mit den Vereinen eine vernünftige Lösung für die
gesamte Bevölkerung zu finden.»
Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der als Alternativvorschlag
die Aufwertung des Kleinspielfeldes an der Hauptschule ins Spiel
gebracht hatte, stellte fest, dass man der Hansa nichts wegnehmen
wolle. Die Gemeinde müsse aber verantwortlich mit den Finanzmitteln
haushalten, und weniger als 100 Geburten im Jahr seien ebenfalls
eine Tatsache, die bei den zukünftigen Planungen zu berücksichtigen
sei. Er strebe eine Lösung an, «mit der die Hansa
leben kann.»
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Simmerath
Ist ein neuer Sportplatz noch erforderlich?
Die Entscheidung
in Simmerath soll auch vor dem Hintergrund des tatsächlichen
Bedarfs in der Zukunft getroffen werden

Der alte
Sportplatz in Simmerath kann in diesem Jahr noch für
den Spielbetrieb genutzt werden: Wo und wie es danach weitergeht,
ist derzeit noch ungewiss. Foto: P. Stollenwerk
Die
Hansa-Gemeinschaft 1921 Simmerath braucht einen Sportplatz.
Das will niemand bestreiten, aber die Frage lautet
derzeit, ob dieses Gelände zukünftig auch in Simmerath
selbst sein wird. Das bisherige Gelände der Josef Jansen-Sportstätte
steht noch ein knappes Jahr lang zur Verfügung, dann ist
hier Abpfiff, denn das Areal mit, Sportheim, Schwimmhalle und
Turnhalle soll in ein Wohngebiet umgewandelt werden; die neue
Schwimmhalle entsteht gerade neben der Hauptschule.
Immer mehr Spielgemeinschaften
Ein
neuer Sportplatz für den Zentralort wird aber wohl
noch eine Weile auf sich warten lassen, denn die Entscheidung
soll auch vor dem Hintergrund getroffen werden, wie hoch der
tatsächliche Bedarf an Sportstätten in der Gemeinde
Simmerath insgesamt zukünftig sein wird.
Hier
sprechen die Zahlen für sich, denn sämtliche
Vereine in der Gemeinde Simmerath klagen über rückläufige
Mannschaftsmeldungen. Mit anderen Worten: Der Fußballsport
im Amateurbereich ist angesichts der demografischen Entwicklung
und des veränderten Freizeitverhaltens der Gesellschaft
in die Defensive geraten. Spielgemeinschaften im ehemaligen Fußballkreis
Monschau sind inzwischen an der Tagesordnung , im Jugendbereich
geht die Zahl der Mannschaften kontinuierlich zurück.
Dieses
aktuelle Bild in der Simmerather Fußball-Landschaft
bestimmte somit auch gestern abend die Diskussion in der Sitzung
des Simmerather Strukturausschusses, die auch interessiert von
Vertretern der Hansa-Fußballabteilung verfolgt wurde. Obwohl
die Abteilung inzwischen einen kostengünstigen Alternativvorschlag
für einen Sportplatzneubau in Simmerath auf dem Grundstück
neben der Leitstelle vorgelegt hat, wird die Entscheidung noch
auf sich warten lassen.
Der
Bauvorschlag soll zwar auf seine technische Umsetzung hin geprüft werden, aber mehr noch möchte die Verwaltung
unter Einbeziehung des neugegründeten Gemeindesportverbandes
Simmerath ein Sportplatz-Konzept für die gesamte Gemeinde
Simmerath erstellen, das dem tatsächlichen Bedarf auch langfristig
gerecht werden soll.
Mit
der Entscheidung, die alte Sportplatzgelände aufzugeben
(2010 musste die Schwimmhalle wegen baulicher Mängel geschlossen
werden), hatte die Gemeinde in die Finanzplanung für 2013
eine Summe von 400 000 Euro als Zuschuss für einen neuen
Kunstrasenplatz bereit gestellt. Bei dieser Summe wurde eine
Eigenleistung des Vereins einkalkuliert.
Über die zu erwartenden Gesamtkosten wurde der Hochbauausschuss
vor zwei Monaten unterrichtet auf der Grundlage einer Kostenermittlung
durch das Ingenieurbüro Lützenberger aus Simmerath.
Für einen Kunstrasenplatz plus Flutlichtanlage und Stellplätze
errechnete er 660 000 Euro Gesamtkosten; eine Berechnung, die
von der Firma Sportstadianet, die derzeit mit einer Budgetierung
von vier Millionen Euro das neue Schwimmbad baut, per Schnellprüfung
bestätigt wurde.
Daraufhin
legte die Hansa-Fußballabteilung auf der Grundlage
eines Firmen-Angebotes eine alternative und interessante Kostenberechnung
für einen herkömmlichen Naturrasenplatz vor. Bei einer
Vereins-Eigenleistung von rund 40 000 Euro könnte der Platz
für 290 000 Euro realisiert werden. Gleichzeitig beantragte
der Verein einen Zuschuss von 110 000 Euro für ein neues
Sportheim.
Seitens
der Gemeinde wurde aber darauf hingewiesen, dass bislang für Vereinsheime anderer Vereine maximal einen Zuschuss
von 10 000 Euro gewährt wurde. Außerdem hält
sie aufgrund der klimatischen Verhältnisse in der Region
einen neuen Rasenplatz für wenig sinnvoll, da der Platz
erfahrungsgemäß von November bis April nicht genutzt
werden könne.
Bei
der Diskussion im Ausschuss betonte die Verwaltung noch einmal
ihre Zielrichtung,
allen Fußballvereinen angemessene
Trainings- und Spielmöglichkeiten zur Verfügung zu
stellen, aber auch ihre Verpflichtung, die angespannte Finanzlage
der Kommunen zu berücksichtigen. Der Vorschlag der Hansa
soll dennoch geprüft werden.
Im
Falle Hansa Simmerath hat Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns
ebenfalls einen Alternativvorschlag für eine neue Sportstätte
unterbreitet, indem er die Nutzung des Tartanplatzes hinter der
Sporthalle der Hauptschule ins Spiel gebracht hat. Das Kleinspielfeld
mit einer vorhandenen Flutlichtanlage soll als Kunstrasenplatz
umgestaltet und auf 42 x 70 Meter erweitert werden. Neben dem
Spielfeld schlägt die Gemeinde den Bau eines bezuschussten
Sportheimes vor; in der angrenzenden Sporthalle könnten
die Dusch- und Umkleideräume genutzt werden. Die Gesamt-Investition
schätzt die Gemeinde auf rund 200 000 Euro. In dieser Lösung
sieht man ganzjährig „optimale Trainingsbedingungen“ für
alle Hansa-Fußballmannschaften, ein „bedarfsgerechtes
Angebot“ für die Meisterschaftsspiele der unteren
Jugendmannschaften und nicht zuletzt eine Verbesserung für
den Schulsport der Hauptschule bzw. einer späteren Sekundarschule.
(P. St.)
Immer weniger Mannschaften werden gemeldet
Die
Entscheidung für einen Sportplatz-Neubau in Simmerath
stellt die Verwaltung auch in einen direkten Zusammenhang zur
Gesamtsituation der Fußballvereine in der Gemeinde Simmerath.
Hilfreich für die weitere Diskussion ist dabei die aktuelle
Statistik des Fußballverbandes Mittelrhein, die den Rückgang
von Fußballmannschaften im gesamten Verbandsgebiet bestätigt.
Danach sind in der Gemeinde Simmerath derzeit 12 Seniorenmannschaften,
acht Jugendmannschaften (die ein großes Spielfeld benötigen),
22 Jugendmannschaften (kleines Spielfeld) und drei Mädchenmannschaften
gemeldet.
Der
weitere Rückgang aber ist vorprogrammiert. Insgesamt
sind derzeit 45 Mannschaften im Gemeindegebiet gemeldet; vor
zehn Jahren war es noch 60 Teams.
„Das
Kleinspielfeld an der Hauptschule bietet ein bedarfsgerechtes
Angebot
für die Meisterschaftsspiele der Jugendmannschaften.“
Karl-Heinz
Hermanns, Bürgermeister Simmerath
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Simmerath/Kesternich
Kesternich
soll schnelleren Internetzugang erhalten
18.01.2012
Die
DSL-Versorgung (Internet) in Kesternich soll bessert werden.
In der Zeit vom 21. Oktober bis 4. November 2011 wurde eine
so genannte Bedarfsanalyse in Kesternich durchgeführt.
Hierzu wurden 702 Fragebögen zum Thema DSL in Kesternich ausgehändigt.
266 Fragebögen (38 Prozent) gingen ausgefüllt bei der Gemeinde
Simmerath ein. Dies berichtete jetzt Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns
im Rahmen der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Kesternich. 91 Prozent
der Bürger, die den Fragebogen ausfüllten, wünschten einen DSL-Anschluss
von mindestens 2 MBit/s wünschen.
Die
Erkundung des örtlichen Breitbandmarktes hat ergeben,
dass ohne die Gewährung eines Zuschusses eine flächendeckende
Breitbandversorgung in den Ortschaften nicht möglich
ist, da sich eine solche Investition für den Anbieter
nicht rechnen würde.
Aus
diesem Grunde sei die Gemeinde Simmerath bereit, eine Beihilfe
zum Ausbau einer leistungsstarken Breitbandversorgung zu
gewähren. In der Zeit vom 4. November 2011 bis zum 16.
Januar 2012 sei daher ein so genanntes offenes und transparentes
Auswahlverfahren durchgeführt worden, berichtete der
Bürgermeister weiter. Netzanbieter wurden dabei gebeten,
in den problematischen Ortschaften (neben Kesternich lässt
auch in Rurberg, Woffelsbach und Hechelscheid die Internetver
bindung Wünsche offen) Lösungen zur Breitbandversorgung
anzubieten und eine Wirtschaftlichkeitslücke anzugeben.
Dabei müsse eine flächendeckende Breitbandversorgung
von mindestens 2 Mbit/s garantiert werden. Höhere Übertragungsraten
seien ausdrücklich erwünscht.
Nach
Eingang entsprechender Angebote von Netzanbietern soll ein
Förderantrag zur Inanspruchnahme von GAK-Fördermittel
für die Kosten der Wirtschaftlichkeitslücke gestellt
werden.
Nach
Eingang eines Förderbescheides ist angedacht, einen
Auftrag an einen Netzanbieter zu erteilen, der die DSL-Versorgung
in Kesternich verbessert.
Der
Struktur- und Hochbauausschuss der Gemeinde Simmerath soll
in seiner Sitzung am 24. Januar über den Netzausbau
in der Ortschaft Kesternich beraten.
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Simmerath/Kesternich
Letztmalig
Karneval mitten im Dorf?
18.01.2012
Ganz
langsam nähert man sich in Kesternich der praktischen
Umsetzung des Sport- und Kulturzentrums, dessen Lage außerhalb
der Ortsbebauung dafür sorgen sollen, dass es kein Konfliktpotenzial
mit den Anwohnern mehr gibt.
Bei der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Kesternich berichtete Ortsvorsteher
Ulrich Offermann über den aktuellen Sachstand der Planungen. Er gehe davon
aus, dass in diesem Jahr zum letzten Mal das Karnevalszelt am Sportplatz stehe.
Ziel sei es, das neue Gelände so weit herzurichten, dass dort zumindest
ein Zelt errichtet werden könne.
«Überrascht
vom Umfang des Projektes», das die Dorfgemeinschaftshaus
GmbH und federführend der TSV Kesternich planen, zeigte
sich der Ortsvorsteher. Dies betreffe in erster Linie auch
die Finanzierung, denn «wir bauen auf der grünen
Wiese.»
Derzeit
befasse man sich mit Erschließungs- und Versorgungsfragen,
nachdem der Grunderwerb abgeschlossen sei.
Auch
Baumbestattung möglich
Neues
gibt es auch auch dem Kesternicher Friedhof, wie Ulrich Offermann
berichtete. Hier wird jetzt ein anonymes Grabfeld, auf dem
auch eine Sargbestattung möglich ist wie auch eine Baumbestattung
angeboten.
Noch
einmal aufgreifen möchte der Ortsvorsteher die Dorfwerkstatt,
die zuletzt im Rahmen des Wettbewerbs «Unser Dorf hat
Zukunft» einige Akzente setzte und unter anderem dazu
führte, dass der Heimatverein Kesternich wieder aktiviert
wurde. Wünschenswert aus Sicht von Offermann wäre
die Herausgabe einer Dorffibel, die auch Gestaltungsvorschläge
für die Bürger enthalten könnte.
In
Planung ist auch ein so genannter Generationenplatz am Ehrenmal
- also ein Spiel- und Aktionsplatz für alle Altersgruppen.
In
diesem Zusammenhang berichtete Ernst Wilden als Mitglied
des Generationenbeirates über seine Arbeit. Der Beirat
sehe seine Aufgabe vor allem darin, den neuen gesellschaftlichen
Anforderungen zu begegnen, die durch die demografischen Entwicklung
hervorgerufen würden. Auch eine Mitwirkung am Generationenplatz
gehöre zu den Aufgaben des Beirates.
Zur
Sprache kam bei der Kesternicher CDU-Versammlung auch das
im vergangenen Jahr häufiger gestörte Verhältnis
zwischen den Nachbarkommunen Simmerath und Monschau. CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender
Bernd Goffart zeigte sich überzeugt davon, «dass
die Gräben zwischen den beiden Kommunen in einigen Jahren
kein Thema mehr sein werden.» Bezogen auf die CDU meinte
er, dass man in einem «ständigen Kontakt» mit
den Parteifreunden aus der Nachbarstadt stehe.
Einen
besonderer Moment in der Versammlung stellte die Ehrung von
Karl Lutterbach dar. Der langjährige Ortsvorsteher,
inzwischen 90 Jahre alt, der mit Ehrefrau Elly an der Versammlung
teilnahm, wurde für 50-jährige Mitgliedschaft in
der Christlich Demokratischen Union geehrt. Die unter anderem
von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnete Urkunde
wurde vom CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Bernd Goffart
gemeinsam mit Ortsvorsteher Ulrich Offermann überreicht.
Karl Lutterbach, geboren 1921, gehörte im vergangenen
Jahrhundert zu den prägenden politischen Persönlichkeiten
in Kesternich. Er war Ratsvertreter in Rurberg, Kesternich
und in der Großgemeinde Simmerath. Die Anwesenden quittierten
das herausragende und nachhaltige Wirken des Kommunalpolitikers
mit Standing Ovations.
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Simmerath/Kesternich
Scheitern
der Ortsumgehung als neue Chance
17.01.2012
Eine
Ortsumgehung der Bundesstraße 266 für Kesternich
ist vom Tisch.

Mal
mehr, mal weniger: Der Verkehr fließt weiter durch
Kesternich. Die Pläne für eine Ortsumgehung werden
nicht weiter verfolgt. Foto: P. Stollenwerk
Nachdem
die Landesregierung die Maßnahme im Herbst vergangenen
Jahres bei der Aktualisierung des Straßenbedarfplans
in den nachrangigen Bedarf eingestuft hat, geht man auch
in Kesternich davon aus, dass das Projekt keine ernsthaften
Chancen mehr auf Realisierung hat.
Das
Thema Ortsumgehung stand auch im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung
des CDU-Ortsverbandes am Montagabend in der Gaststätte
Jousten; etwa 20 Parteifreunde beteiligten sich an einer
lebhaften Bedatte über diesen Dauerbrenner.
Der
stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck
hatte zuvor erläutert, dass die Abstufung der Ortsumgehung
in den nachrangigen Bedarf auch für den Landesbetrieb
Straßenbau als planende Behörde bindend sei. Hilsenbeck
räumte ein, dass man in der Bevölkerung Hoffnungen
geweckt habe, «die nicht erfüllbar sind.» Es
wäre nun unredlich, etwas anderes zu verkünden.
Auch
Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns orientierte
sich an diesem Sachstand der Neubewertung von Straßenbauprojekten
durch die Landesregierung, und nahm Bezug auf ein aktuell
geführtes Gespräch mit dem NRW-Verkehrsministerium.
Demnach würden «im Normalfall» laufende
Arbeiten noch fertiggestellt. Dies würde im Falle der
Umgehung Kesternich einen Vorschlag für die Trassenführung
(Linienbestimmungsverfahren) bedeuten.
Anschließend
werde das Verfahren dann «ruhend gestellt», um
Planungskapazitäten einzusparen. Eine Bürgerbeteiligung
(für die es laut Bürgermeister Hermanns bereits
einen Termin gab) würde dann nicht meht stattfinden.
Obwohl noch eine Petition vorliege, wonach die Linienbestimmung
für Kesternich abzuschließen sei, tendiere auch
die Landesregierung dazu, keine Bürgerneteiligung mehr
durchzuführen. Karl-Heinz Hermanns sieht in einer Ortsumgehung
aber nach wie vor einen Sinn, wobei es allerdings gelte,
die Interessen aller Anwohner zu berücksichtigen.
Bernd
Goffart, Kesternicher CDU-Ratsvetreter und Vorsitzender des
Gemeindeverbandes, meinte, dass man sich nun der Realtität
stellen sollte, denn auf absehbare Zeit werde es keine Ortsumgehung
für Kesternich geben. Jetzt sollte man nach alternativen
und innerörtlichen Lösungen zur Verkehrsentlastung
Ausschau halten. Wie auch der Umgehungsstraße, werde
man dabei keiner Lösung zustimmen, «die das Problem
nur verlagert.»
Allerdings
sah Goffart im Zusammenhang mit der Rückstufung des
Projektes auch die Tatsache, dass die Landesregierung ein
Projekt zu Lasten des ländlichen Raumes gestrichen habe.
Im
Verlauf der Diskussion wiesen Kritiker einer Umgehung darauf
hin, dass das Verkehrsaufkommen in Kesternich rückgängig
sei. Außerdem sei davon auszugehen, dass eine Umgehungsstraße
nicht von 2300 sondern lediglich von 1300 Fahrzeugen täglich
benutzt werde.
Ortsvorsteher
Ulrich Offermann resumierte, dass trotz der vielen Kontroversen
und Meinungsunterschiede um die Ortsumgehung der Dorffriede
nicht gefährdet sei. Im übrigen sollte man sich
stets im Klaren darüber sein, dass solche Projekte von
oben entschieden werden.»
Nicht
mehr als Straßenbauprojekte weiter verfolgt werden
auch für Pläne für mögliche Ortsumgehungen
der B 258 in Konzen/Imgenbroich und Roetgen, zumal in den
betroffenen entsprechende Ratsbeschlüsse vorliegen.
Von
entscheidender Bedeutung für die Pendler ist dagegen
die weitere Ausbauplanung der B 258 von Kalkhäuschen
bis zur Autobahnzufahrt Lichtenbusch. Auch auf diesem Stück
dürften die Wünsche der Eifeler für eine
bessere Anbindung an das Oberzentrum Aachen aber nicht
alle in Erfüllung gehen. Stellvertretender Städteregionsrat
Hans-Josef Hilsenbeck berichtete, dass der Mobilitätsausschuss
der Stadt Aachen sich gegen einen drei- bzw- vierspurigen
Ausbau ausgesprochen habe.
Nach
aktueller Sachlage solle der Abschnitt zwischen Kalkhäuschen
und Pascalstraße in Oberforstbach unberührt
bleiben. Der Landesbetrieb Straßenbau sei stattdessen
aufgefordert worden, nach Lösungsmöglichkeiten
für den Abschnitt Pascalstraße-Autobahn zu suchen.
Hier für Entlastung zu sorgen, müsse das Ziel
sein.
«Nicht
umsetzbar» ist laut Hilsenbeck derzeit wohl eine
Entschärfung der Verkehrssituation in Fringshaus,
da die Pläne einer großzügigen Einfädelspur
von Lammersdorf gesehen auf die die B 258 bei den belgischen
Eigentümern auf kein Entgegenkommen stoßen würde.
Aber: «Es wird weiter verhandelt.»
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Simmerath
12.01.2012
Huppenbroicher CDU nicht zufrieden mit Dorfweiher
Als erster Ortsverband im Simmerather Gemeindeverband starteten
Huppenbroichs Christdemokraten mit ihrer Hauptversammlung
ins neue kommunale Parteijahr.

Foto. M. Schmitz
Im
Gasthaus «Zur alten Post» begrüßte
Vorsitzender Jens Wunderlich insgesamt 15 Mitglieder, auswärtige
Parteifreunde und Gäste, unter ihnen Simmeraths Bürgermeister
Karl-Heinz Hermanns, Ortsvorsteher Stefan Haas und den stellvertretenden
Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck. Der Vorsitzende
bezifferte den CDU-Mitgliederbestand in Huppenbroich auf 27 Männer
und Frauen.
Exakt
ein Jahr ist Geschäftsführer Andreas Rumpe im
Amt. Er stammt aus dem Ruhrgebiet, lebt seit geraumer Zeit in
Huppenbroich, wo er in diesen Tagen unter die Häuslebauer
geht. Er hat im Rahmen seiner Unionstätigkeit «Höhen
und Tiefen erlebt», wie Rumpe bilanzierte: «Zwischen
Simmerath und Monschau herrscht emotional geführter Kleinkrieg!
Dafür gibt es sicherlich Gründe, die mir persönlich
freilich schwer verständlich sind.» Erschreckend,
sei es, diese Querelen innerhalb einer Partei auf engem Raum
zu erleben.
Jens
Wunderlich erinnerte seine Parteifreunde an bevorstehende
und stetig wiederkehrende
Termine wie den Umweltatg am 14. April.
Im Wettbewerb «Unser Dorf hat Zukunft» hat Huppenbroich
im Städteregionswettbewerb 2011 als schönstes Simmerather
Gemeindedorf dank Zusammenspiel mit den Ortsvereinen den fünften
Platz erreicht. Das zum 25. August geplante Spielplatzfest mit
stetig steigender Resonanz in der Bevölkerung, die Pferdesegnung
und die Gestaltung des Volkstrauertages sind lokale Highlights,
und immer ist die CDU daran beteiligt.»
Wunderlich
berichtete, dass er 2011 an 49 Gemeinderats - bzw. Ausschusssitzungen
teilgenommen habe, und kündigte einen
Wechsel an der Fraktionsspitze des Gemeindeparlamentes an: Bruno
Löhrer werde das Amt des Fraktionsvorsitzenden zur Jahresmitte
aufgeben.
Heinz-Otto
Nickel resümierte seine Eindrücke vom Besuch
des jüngsten Kreisparteitages. Kreisvorsitzender Axel Wirtz
habe dort ein Plädoyer für die Städteregion gehalten,
aber es gebe «gravierende Probleme».
Zu schnell durch den Ort
Ein
Dauerthema in Huppenbroich ist die innerörtliche Verkehrsberuhigung.
In Huppenbroich gilt Tempo 30 km/h, dennoch werde viel zu schnell
gefahren, wurde beklagt, besonders von den Einheimischen! Auch
Traktoren seien häufig viel zu flott unterwegs. Daher werden
verkehrsberuhigende Maßnahmen gefordert.
Bürgermeister Hermanns wiegelte ab: «Lassen wir die
Kirche im Dorf. Sachliche Gespräche und Appelle an die Vernunft
der Schnellfahrer erreichen mehr als Gebote und Verbote. Die
Menschen zeigen sich einsichtig, wenn man sie mit sachlichen
Argumenten überzeugt.»
Ein
weiteres Projekt in Huppenbroich ist das Nutzungskonzept
Alte Schule
(Sacrala). Die Anwesenden waren sich einig, dass
dieses Gebäude vielseitig für Huppenbroich nutzbar
sei. Der Bürgermeister teilte mit, dass die Gemeinde bis
dato 22 000 Euro in Pflege und Sanierung der alten Schule gesteckt
habe.
Ein
rechtes Ärgernis für die Einwohner Huppenbroichs,
so wurde deutlich, ist das unerquickliche Vorhaben «Nacharbeit
zur erneuerten Dorfmitte». Die Mängelliste ist lang
und Nachbesserungen durch die beauftragte Firma seien unerlässlich».
Hans Keutgen hat in dieser leidigen Angelegenheit «schon
vor Monaten einen Beschwerdebrief an den Bürgermeister geschrieben.
Der ausführende Simmerather Unternehmer war zur Hauptversammlung
geladen worden, aber nicht erschienen. Besonders die nach Meinung
verärgerter Bürger «völlig unzulänglichen
Arbeiten am Dorfweiher» müssten nun dringend korrekt
und zufriedenstellend ausgeführt werden. Bürgermeister
Hermanns versprach, den beauftragten Unternehmer zum Gespräch
ins Rathaus zu laden, um eine für alle beteiligten Parteien
befriedigende Lösung durch fachgerechte Nachrüstung
und qualitativer Verbesserung einzelner Bauabschnitte und Details
zu finden.
Sportplätze bald im Überfluss?
Der
Simmerather Sportplatz-Neubau, waren sich die Versammelten
einig, sei für Huppenbroich wichtig, denn: «Wir spielen
schließlich mit der Hansa in einer Spielgemeinschaft, da
sind wir auf gemeinsame Kapazitäten angewiesen!» Friedhelm
Hoss freilich relativierte diese These: «In absehbarer
Zeit werden nur noch Sport-Zweckgemeinschaften existieren, und
Fußballplätze haben wir dann im Überfluss.»
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Simmerath
07.01.2012
Warten
auf die neuen Pläne Ortsumgehung Kesternich bleibt auch 2012 der politische Dauerbrenner

Dauermessungen der Städteregion am Ortseingang von Kesternich
haben gezeigt, dass in einer guten Sommerwoche
rund 20 000 Fahrzeuge
durch den Ort fahren – und viele zu schnell sind.
Seit fast
einem Jahrzehnt ist sie der Dauerbrenner, wenn es um Ortspolitik
in Kesternich
geht:
die Umgehungsstraße.
Vor etwa zwei Jahren sprach Vieles dafür, dass eine Umgehung
für den Ort und damit eine Entlastung der an den Hauptverkehrsstraßen
lebenden Bürger greifbar nahe war. Nun aber ist auch das
Jahr 2011 ins Land gegangen und mit ihm drei weitere genannte
Termine, die vom zuständigen Landesbetrieb Straßenbau
für ein Vorlegen der Ausbauplanung genannt worden waren.
Hieß es zunächst, „bis Ostern“ würden
die neuen Pläne vorgelegt, wurden daraus zunächst die
Sommerferien und schließlich der Herbst 2011.
Nun hat das Jahr 2012
begonnen, doch die Pläne des Landesbetriebs
lassen weiter auf sich warten. „Der zuständige Dezernent
beim Landesbetrieb Straßenbau befindet sich noch in Urlaub.
Wir hoffen, nächste Woche etwas mehr sagen zu können“,
konnte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns keinen
neuen Wasserstand vermelden und wusste auch noch nicht, wie der
CDU-Ortsverband Kesternich, der die Umgehung als Topthema für
seine Jahreshauptversammlung am 16. Januar angekündigt hat,
die Sache dann behandeln wird.
Bei den führenden Parteien besteht weitgehend Einigkeit über
eine Zustimmung zur Ortsumgehung, auch wenn die Simmerather SPD
in einer Resolution im Oktober betonte, „dass eine Lösung
gefunden wird, die das Problem nicht nur von einem Ortsteil auf
einen anderen Ortsteil verschiebt“, und die Umgehung auch
wirklich eine Umgehung des Ortes sein müsse und einen annehmbaren
Kompromiss darstelle, mit dem alle Beteiligten leben könnten.
Nachrangiger Bedarf
Bei der CDU schoss man
sich indes auf die rot-grüne Landesregierung
ein, die die Ortsumgehung im Spätsommer in den „nachrangigen
Bedarf“ zurückgestuft hatte. Während die SPD
erläuterte, die Prioritätensetzung sei notwendig, weil
man Geld aus dem Straßenneubauetat in den Straßenunterhalt
umschichten wolle, sieht die Union hier die grundsätzliche
Absicht von Rot-Grün, Straßen nur zu erhalten statt
neue zu bauen.
Indes hat die Städteregion nun Zahlen vorgelegt, die Aufschluss über
Verkehrsdichte und Temponiveau auf den betroffenen Straßen
geben. Bei einer neuntägigen Dauermessung im Juli (mit Wochenende,
aber ohne Rurseefest) wurden auf der B 266 in Höhe Haus
Nr. 143, also am Ortsausgang Richtung Einruhr, 22 000 Fahrzeuge
insgesamt gemessen, die aus dem Ort fuhren und 24 000, die nach
Kesternich einfuhren. „Besonders ortsauswärts geben
da viele schon Gummi“, kommentierte Detlef Funken eine
Verstoßquote von fast 22 Prozent. Ortseinwärts waren
es immerhin noch 9,6 prozent, die zu schnell waren.
Geahndet wurde dies bei
der Dauermessung übrigens nicht – im
Gegensatz zu den immerhin 24 Terminen, zu denen der mobile „Blitzer“ 2011
in Kesternich parkte, dabei 7313 Fahrzeuge zählte und deren
1223 (16,7 Prozent) blitzte.
Etwas
gemächlicher, nach Meinung der Anwohner aber immer
noch viel zu schnell, fährt man auf der Straucher Straße.
Hier wurden – allerdings schon 2010 – in zwei Winterwochen
12 530 Autos ortseinwärts und 13 000 ortsauswärts gezählt.
In Höhe der Einmündung „Im Sief“ waren
4,6 Prozent der Fahrer, die nach Kesternich hineinfuhren, zu
schnell. Richtung Strauch betrug die Verstoßquote nach
Angaben der Städteregion 6,6 Prozent.(hes)
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Simmerath
03.01.2012
Gemeinde
Simmerath unterstützt Sport und Kultur
Ausschuss
gewährt Vereinszuschüsse für Bewirtschaftungskosten,
Anschaffungen und die Ausrichtung von Veranstaltungen.
Ob Musik- oder Sportverein, Schützenbruderschaft oder Karnevalisten – die
Vereinsförderung bleibt in der Gemeinde Simmerath Bestandteil
der Finanzpolitik.
Die Vereinsförderung hat auch (oder gerade)
in Zeiten knapper öffentlicher Kassen in der Gemeinde Simmerath
einen hohen Stellenwert. In seiner letzten Sitzung des Jahres
hat der Kultur- und Sportausschuss der Gemeinde Simmerath deshalb
wieder zahlreiche Beschlüsse gefasst, um die Vereine in
ihrer Arbeit finanziell zu unterstützen.

Zu
den Bewirtschaftungskosten für die vereinseigenen Sportheime
sowie vereinsseitig angepachtetern Sportheime der Gemeinde Simmerath
werden seit dem Jahr 2003 folgende Grund- und Aufstockungsbeträge
gewährt: Einspartenverein 350 Euro, Mehrspartenverein
700 Euro, Aufstockungsbetrag je Mitglied 1,75 Euro.
Über
15 000 Euro insgesamt
Somit
erhalten folgende Vereine Zuschüsse zu den Bewirtschaftungskosten:
SC Komet Steckenborn 1429,75 Euro, RSV Hertha Strauch 1239,00
Euro, Rurberger SV 1426,25 Euro, SV Germania Eicherscheid 2217,25
Euro, TSV Kesternich 1891,75 Euro, SV Roland Rollesbroich Rollesbroich
1505 Euro, TuS Lammersdorf 1298,50 Euro, Tennisclub Simmerath
533,75 Euro, Reiterverein Kesternich 589,75 Euro, Reit- und Fahrverein
Eicherscheid 792,75 Euro, Segelsportclub Rursee 691,25 Euro,
Tennisclub Blau-Weiss Strauch 675,50 Euro, Yachtclub Rursee 831,25
Euro
Die
Verwaltung wies darauf hin, dass den Gemeindezuschüssen
in Höhe von insgesamt 15 121,75 Euro rund 63 000 Euro an
angefallenen Bewirtschaftungskosten gegenüberstehen, die
durch die Vereine selber getragen werden.
Zwei
jüngere Vereine erhielten Gemeindezuschüsse zu
den Mietkosten: Der PBC (Pool-Billard-Club) Nordeifel Simmerath
250 Euro für Räumlichkeiten in der alten Schule Huppenbroich,
die Tanzwerkstatt Simmerath 1097,25 Euro für Räumlichkeiten
in der ehemaligen Squashhalle Simmerath sowie die Räume
in Kesternich, Bundesstraße 11e.
Auch
Zuschüsse für Anschaffungen im Jahr 2010 oder
2011 wurden an etliche Vereine gewährt:
-
an die Hansa-Gemeinschaft Simmerath zu der Anschaffung von
Sportgeräten für die Turnabteilung in Höhe
von 300 Euro,
- an
den Billard-Club Nordeifel Simmerath für den Billardsport
in Höhe von 130 Euro,
-
an den SV Germania Eicherscheid zur Anschaffung von Leichtathletik-
und Fußballzubehör in Höhe von 300 Euro,
- an
den Sportverein TuS Lammersdorf zur Anschaffung von Sportgeräten
für die Volleyballabteilung in Höhe von 156 Euro,
-
an den SC Komet Steckenborn zur Anschaffung von Fußballtoren
in Höhe von 300 Euro,
-
an den Reit- und Fahrverein Eicherscheid zur Beschaffung
von Hindernisstangen 150 Euro sowie
-
an den Segelsportclub Rursee zur Beschaffung eines Segelbootes
für
die Jugendabteilung 300 Euro.
Auch
die Ausrichtung überörtlicher Veranstaltungen
honoriert die Gemeinde. So erhielten der Reit- und Fahrverein
Eicherscheid für die Durchführung des 40. Sommerturniers
150 Euro und der SV Germania Eicherscheid für die Durchführung
des 34. internationalen Volkslaufes und 10. Halbmarathons 2011
150 Euro.
Einen
zusätzlichen Gemeindezuschuss in Höhe von 400
Euro gab es für die Hansa-Gemeinschaft Simmerath zur Förderung
der Jugendarbeit. Und 300 Euro erhielt der Reit- und Fahrverein
Eicherscheid für die Durchführung von Pflegemaßnahmen
auf dem Reitplatz in Eicherscheid.
Der
Antrag auf einen Zuschsss an den SV Einruhr/Erkensruhr zur
Errichtung
eines Ballfangzaunes auf dem Sportplatz in Erkensruhr
wurde zurückgestellt, da im Haushalt 2011 keine Mittel mehr
verfügbar sind. Die Beratung und Beschlussfassung im Kultur-
und Sportausschuss wurde in das Jahr 2012 bis zur Genehmigung
des Haushaltsplanes 2012 zurückgestellt.
Zwei
Anträge
abgelehnt
Der
SV Roland Rollesbroich beantragte die Gewährung eines
Gemeindezuschusses zur Ertüchtigung der Heizungsanlage in
den Umkleidekabinen des Sportheimes Rollesbroich. Aufgrund eines
Grundsatzbeschlusses können neben der Gewährung eines
Gemeindezuschusses zu den Bewirtschaftungskosten von Sportheimen
nicht auch noch Unterhaltungskosten bezuschusst werden. Daher
musste der Antrag abgelehnt werden. Der TuS Lammersdorf beantragte
die Gewährung eines Gemeindezuschusses zum Umbau des Kassenhäuschens
in einen Lagerraum für Markierfarbe und Zubehör. Da
die Gemeinde Simmerath mangels ausreichender Finanzmittel nicht
in der Lage ist, den Vereinen Zuschüsse zur Anschaffung
von Markierkalk etc. zu gewähren, musste der Antrag des
TuS Lammersdorf aus Gründen der Gleichbehandlung abgelehnt
werden.
Auch
die Ausrichtung von Karnevalsumzügen wurde seitens
der Gemeinde unterstützt. So erhielten die KG Sonnenfunken
Simmerath, KG Klev Botze Rollesbroich, Karnevalsfreunde Lammersdorf,
der SV Germania Eicherscheid, die KG Ruscher Breybrobbele und
die Kiescheflitscher Rurberg-Woffelsbach jeweils 150 Euro für
diese Art der Brauchtumspflege.
Große Schützenfeste
Auch
die kulturellen Vereine erhielten Unterstützung für überörtliche
Veranstaltungen. Jeweils 150 Euro gingen an die St. Sebastianus
Schützenbruderschaft Rurberg für das Gemeindeschützenfest,
an die St. Johannes Schützenbruderschaft Lammersdorf für
das Diözesanschützenfest, das Trommler- und Pfeiferkorps
Strauch für den Erntedankumzug und an die St. Josef Schützenbruderschaft
Rollesbroich für das Bezirksschützenfest.
Für die Feier des 650-jährigen Dorfjubiläums
erhielten die Ortskartelle Rollesbroich und Strauch jeweils 150
Euro.
Auch
die kulturellen Vereine wurden bei diversen Anschaffungen unterstützt. Im einzelnen erhielten die St. Johannes Schützenbruderschaft
Simmerath 300 Euro, der Heimatverein Kesternich 158,85 Euro,
die Schützenbruderschaft Kesternich 300 Euro, Schützenbruderschaft
Dedenborn 144,59 Euro, der Musikverein „Allzeit fröhlich“ Dedenborn
250,23 Euro, die Hansa-Blasmusik Simmerath 300 Euro, das Trommler-
und Pfeiferkorps Strauch 300 Euro, der Musikverein „Diana“ Kesternich
116,60 Euro, das Trommler- und Pfeiferkorps Eicherscheid 300
Euro, der Musikverein „Melano” Steckenborn 300 Euro,
das Mandolinenorchester Huppenbroich 66,82 Euro, der Musikverein „Harmonie” Rollesbroich
300 Euro, der Musikverein „Rurseeklänge” Woffelsbach
28,59 Euro, das Trommler- und Pfeiferkorps Kesternich 299,45
Euro, der Kammermusikkreis Simmerath 300 Euro und der Musikverein „Heimat-Echo” Steckenborn
154,19 Euro.
Schließlich erhielten auch die kulturellen Vereine ein
Zubrot für die Bewirtschaftungskosten von Vereinsheimen – der
Musikverein Rurseeklänge Woffelsbach 256 Euro, die St. Sebastianus
Schützenbruderschaft Rurberg 120,25 Euro und der Verein
für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf zu den Bewirtschaftungskosten
des Bauernmuseums Lammersdorf 500 Euro.
Einen
Gemeindezuschuss in Höhe von 15 000 Euro erhielt
die Blasmusikvereinigung Strauch für die Errichtung eines
Anbaues zur Schaffung von Probenräumen im Pfarrheim Strauch.
Personenkreis festgelegt
Beim „Simmerather Tag des Ehrenamtes” im Dezember
wurden auf Vorschlag der Ortskartelle in der Gemeinde Simmerath
Personen für langjährige verdienstvolle Tätigkeit
geehrt (wir berichteten). Weiterhin werden Personen für
besondere Leistungen im sportlichen oder kulturellen Bereich
ausgezeichnet. Der Kultur- und Sportausschuss legte den Personenkreis
für diese Ehrungen fest. Die Bewilligungsschreiben an die
Vereine wurden im Rahmen des 2. Simmerather Ehrenamtstages an
die jeweiligen Vereinsvertreter überreicht. Die Auszahlung
der Zuschüsse für das Jahr 2011 erfolgte daraufhin
Anfang Dezember.
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Städteregion
03.01.2012
Starker
Anstieg bei
den Kassenkrediten
Viele
Kommunen in NRW müssen immer höhere Kassenkredite – die
sind vergleichbar mit dem überzogen Girokonto eines
Privathaushaltes – aufnehmen, um ihre Zahlungsfähigkeit
zu sichern. Gegenüber dem Jahr 2010 stieg die Summe
bis zum 30. September 2011 um 6,7 Prozent auf insgesamt
21,6 Milliarden Euro oder 1208 Euro je Einwohner, wie das
statistische Landesamt meldet.
Auch
die meisten Kommunen in der Städteregion mussten ihre
Kassenkredite deutlich aufstocken – einige liegen
bei der Pro-Kopf-Verschuldung deutlich über dem Landesschnitt.
So
weisen die Landesstatistiker zum Stichtag für Monschau
eine Pro-Kopf-Verschuldung zur Liquiditätssicherung
von 2060,28 Euro aus (+ 11,5 Prozent), in Stolberg liegt
sie bei 2039,51 Euro (+ 3,3 Prozent), in Alsdorf bei 1607,14
Euro (+ 7,3 Prozent) und in Würselen bei 1408,30 (+9,8
Prozent). Die Zahlen für die übrigen Kommunen:
Aachen 864,27 Euro (+ 0,5 Prozent), Baesweiler 258,84 Euro
(+ 210.1 Prozent), Eschweiler 1152,01 Euro (+ 35,5 Prozent), Simmerath
419,99 Euro (+ 62 Prozent). Roetgen stieg von 0
Euro Ende 2010 auf 121,24 Euro, während Herzogenrath
die Kassenkredite als einzige Kommune zurückfahren
konnte - und das auf Null. (red)
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